Kinder lernen automatisch gut

 

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Es muss in dir brennen, was du in anderen entzünden willst.

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Erfolgreiche Lernstrategien effektiv lehren 
von H. Bechheim

 Grundlagen gehirngerechten Lernens

 Vieles spricht dafür, Lernen als einen „top-down“ Prozess zu betrachten. Das heißt, es kommt nicht so sehr darauf an, was wir sehen und hören  sondern vielmehr darauf, wie unser Gehirn die Sinnes-Informationen verarbeitet, mit welchen anderen Sinneswahrnehmungen Verbindungen hergestellt werden, wodurch die Information als wichtig interpretiert wird, mit welchen Emotionen das Limbische System sie versieht und in welchem physiologischen Zustand sich Sinnessystem und Gehirn befinden.

 Wichtigkeit und Zielgerichtetheit

Der wichtigste Faktor für die aktive Aufnahme und Verarbeitung von Sinnes-wahrnehmungen ist die Frage welche Bedeutung und Wichtigkeit sie für meine Lebensvollzüge hat. Die Frage nach dem „WIFM“ (What’s in it for me? ) entscheidet darüber, ob wir einer Wahrnehmung Aufmerksamkeit widmen oder nicht.

 Kleine Kinder sind von Natur aus neugierig, d.h. sie sind begierig, Neues zu lernen und zu erfahren. Dadurch lernen sie schnell und effektiv z.B. die Muttersprache, Körperkoordination etc. Aber nur, wenn es gelingt, den Spaß am Entdecken neuer Erfahrungen aufrecht zu erhalten, bleibt diese Neugierde und Lernmotivation erhalten. In den meisten Fällen ist diese Phase intensiven selbständigen Lernwillens spätestens gegen Ende der Grundschulzeit – oft schon früher – vergangen, obwohl sie bei entsprechend günstiger Umgebungskonstellation bis ins hohe Alter anhalten könnte. Durch die Faszination, etwas zu entdecken, es zu begreifen und selber zu tun lernen Kinder mit hoher Motivation und nutzen vor allem ihre angeborene Gabe des Lernens durch Imitation von häufig dargebotenem Verhalten, das vom Gehirn als bedeutsam interpretiert wird.

 Das Gehirn als Musterentdecker

 In diesem Zusammenhang wird ein weiterer Faktor gehirngerechten Lernens bedeutsam. Das Gehirn ist darauf spezialisiert, Muster zu entdecken und eigene Verhaltensprogramme zu entwickeln. Dazu bedarf es einer Lernumgebung mit hohem Input, aktivem Umgang mit diesem Input und entsprechender positiv verstärkender Rückmeldung. Daß ein  Allerdings muss warnend hinzugefügt werden: Falsches Eingreifen, das die Muster und Programme vorgibt, wird eher schaden als nutzen. Gefordert ist daher das Schaffen einer Lernumgebung, die dazu geeignet ist, dem Gehirn Musterentdeckung und Programmentwicklung selbständig möglich zu machen. Das Auswendiglernen vorgegebener Muster „entmündigt“ das Gehirn und führt zu Unselbständigkeit, da Handlungskompetenzen nur für eine bestimmte, genauso strukturierte mögliche Situation der Zukunft erlernt werden. Eine solche Vorgehensweise erfordert außerdem eine große Menge demotivierender Wiederholungen und führt dadurch zu Unlustgefühlen und somit zu einer negativen Grundeinstellung zum Lernen im Allgemeinen und der eigenen Lernfähigkeit im Besonderen.

 Die fördernde oder blockierende Wirkung von Glaubenssätzen und Überzeugungen

 Oft beobachten wir, dass die Lernumgebung eigentlich optimal ist, einzelne Schüler und Schülerinnen meist in bestimmten Fächern, oft jedoch auch im Allgemeinen, erheblich unter ihren Leistungsmöglichkeiten zurückbleiben. Wenn dies der Fall ist, liegen die Ursachen häufig bei einschränkenden Glaubenssätzen über die eigene Leistungsfähigkeit.

 Die Neurologischen Ebenen 

 Lassen Sie uns zunächst ein von Robert Dilts entwickeltes Modell der Persönlichkeitsstruktur betrachten.

    NEUROLOGISCHE  EBENEN (nach Robert Dilts)

 ZUGEHÖRIGKEIT
           

IDENTITÄT

GLAUBEN / WERTE
          

FÄHIGKEITEN

VERHALTEN

UMWELT     

 Dilts’ Modell macht verständlich, warum wir in bestimmter Weise handeln. Wir können daraus auch Wissen über mögliche Veränderungen zu günstigeren Handlungsmustern ableiten.
Die UMWELT bildet das Fundament der Pyramide. (äußere Reize, Menschen, Lebensbedingungen)

Wir reagieren auf Stimuli aus der Umwelt mit bestimmtem VERHALTEN.
Dazu gehören neben Handlungen auch Sprache und Gedanken (inneres Verhalten).

Aus den Erfahrungen mit unseren Verhaltensweisen erwachsen auf der nächsten Ebene bestimmte FÄHIGKEITEN, die sich auf der Basis unseres Wissens und unserer Erfahrung entwickeln.

 Nur dann, wenn ich glaube, daß ich etwas Bestimmtes tun kann und darf, werde ich es auch tun. Auf der Ebene der GLAUBENSSÄTZE und WERTE werden wir von Einstellungen, persönliche Überzeugungen, Wertvorstellungen und dem GLAUBEN an unser „So-sein“ zum Handeln ermutigt oder davon zurückgehalten.

 Aber ich glaube nur das, was in mein Bild, das ich von mir selbst habe, hineinpasst und mir erlaubt, dieses Bild stabil zu halten. An der Spitze der Pyramide steht als Kontrollinstanz unsere IDENTITÄT, die sowohl auf der Basis der anderen Ebenen entstanden ist als auch diese wiederum kontrolliert und stabil hält. Damit verbunden ist ein Gefühl der ZUGEHÖRIGKEIT zu Menschenguppen mit (vermuteter) ähnlicher Identität.

 Negative Selbsteinschätzung als blockierender Regelkreis

 Negative Selbsteinschätzung auf den Ebenen GLAUBENSSÄTZE und IDENTITÄT sind sehr stabil. Das bedeutet, dass Zweifel am eigenen Selbstwert (höhere Ebene) durch Veränderung von Verhalten und Vermittlung neuer Fähigkeiten (niedrigere Ebene) nur schwer zu verändern sind. Erschwerend kommt hinzu, dass ein negatives Selbstkonzept mit einschränkenden Glaubenssätzen meistens als ein sich selbst verstärkender negativer Regelkreis wirkt und daher einzelne positive Erfahrungen auf den unteren Ebenen ständig neutralisiert werden.

 

Negative Selbsteinschätzung  

                ↓

Erwartungshaltung (zu scheitern)

                ↓

unbewusste Programmierung

                  ↓

          Misserfolg

                   ↓

  verstärkte negative Selbsteinschätzung

 

Positive Glaubenssätze als verstärkender Regelkreis

 Wenn es jedoch gelingt, auf der höheren Ebene positive Veränderungen zu bewirken, werden dadurch auch Entwicklungen auf den darunterliegenden Ebenen angestoßen.

Gelingt dies nicht, bleiben bei vorhandenen einschränkenden Glaubenssätzen mit großer Wahrscheinlichkeit trotz guter Lernumgebung und Training von Fähigkeiten Lernerfolge und Persönlichkeitsentwicklung weit hinter den Möglichkeiten des Kindes zurück.

 Es ist also ratsam, unsere Bemühungen zunächst auf das Erkennen und Verändern negativer Glaubenssätze zu konzentrieren, wobei wir dem Lernenden helfen, die Allgemeingültigkeit eines erkannten einschränkenden Glaubenssatzes in Frage zu stellen und ihn dem richtigen Kontext – d.h. dem Zusammenhang, in dem der Glaubenssatz wirklich nützlich ist – zuzuordnen. Wenn es zusätzlich mehrfach gelingt, positive, fröhliche und motivierende Lernerlebnisse auf den Ebenen Umwelt, Verhalten und Fähigkeiten zu vermitteln, kann sich ein neuer positiver Glaubenssatz über die eigenen Lernmöglichkeiten bilden, stabilisieren und auf Dauer wirksam werden.

 Dieser neue Glaubenssatz wirkt dann als „selbsterfüllende Prophezeiung“, die sich immer wieder von selbst bestätigt und dadurch verstärkt. Dies ist das positive Pendant zum Teufelskreis der negativen Selbsteinschätzung.


 Ich glaube zu wissen, was ich kann  

                       ↓

Mein Glaube stützt und ermutigt mich zu kompetentem Handeln

                      ↓

Die Ergebnisse entsprechen dem, was ich von mir glaube

                       ↓

           Erfolgserlebnis

                       ↓

 verstärktes Vertrauen in meine Fähigkeiten

 

 

 


ZUSAMMENFASSUNG: Negative Glaubenssätze über die eigenen Fähigkeiten führen zu nahezu unüberwindlichen Lernbarrieren, die durch die Angst vor Fehlern noch verstärkt werden. Realistische positive Glaubenssätze über die eigenen Fähigkeiten schaffen Selbstvertrauen in die eigenen Potentiale und ermöglichen es, mit Neugier und Motivation Aufgaben und Probleme zu bewältigen bzw. aus Fehlschlägen zu lernen.

 Abbau von Lernbarrieren durch Verbesserung der Selbsteinschätzung und Aufbau von positiver Lernenergie

 Wenn Sie meinem Gedankengang – zustimmend oder skeptisch – gefolgt sind, stellen Sie sich möglicherweise gerade die Fragen:

 Was kann man denn nun tun, um Lernbarrieren abzubauen und einschränkende Glaubenssätze zu verändern bzw. deren Entstehung gleich ganz zu verhindern?

Wie kann ich positive Selbsteinschätzung fördern und Lernstrategien vermitteln?

 Diie Antwort ist einerseits ganz einfach:

 Lassen Sie die ganze Person, mit allen Sinnen und mit Spaß für sie bedeutungsvolle Inhalte so lernen wie im richtigen Leben.

 Andererseits ist die Antwort, betrachten wir die Einzelheiten und nötigen  Differenzierungen, vielschichtig und komplex. Ich führe deshalb nur stichwortartig einige Grundprinzipien an, die in den im Literaturverzeichnis aufgeführten Büchern ausführlicher dargestellt sind und bei weitergehendem Interesse dort nachgelesen werden können. Die angeführten Prinzipien erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sollen lediglich als Anregungen zur weitergehenden Beschäftigung mit diesen äußerst interessanten Fragestellungen dienen.

Arbeit mit einschränkenden Glaubenssätzen

       Nutzung des Metamodells des NLP
- z. B: durch Hinterfragen von Verallgemeinerungen und Verzerrungen
  Schüler: „Ich kann mich nie konzentrieren!“
  Lehrer:   „Wirklich nie?“

 - z. B. Ersetzen aller „muß“ und „soll“ durch „kann“   Statt „Ich muß lernen.“  —>  „Ich kann lernen.“

-  Erzählen metaphorischer Geschichten, in denen die einschränkenden Glaubenssätze verarbeitet sind.  – metaphorische Präsentation – Katastrophe – Lösung mit neuem Glaubenssatz (vgl. Gordon, Therapeutische Metaphern)

 Aktivierung positiver eigener Lernerlebnisse aus der Vergangenheit durch  „multisensorisches Erinnern“
(Visualisieren des Erlebnisses durch alle Sinne)

 

Berücksichtigung wichtiger Gestaltungsräume der Lernumgebung

 Schaffen einer entspannten, anregenden Lernatmosphäre

  • Konzentrationstraining

Vermittlung von Lernstrategien erfolgreicher Schüler

 Berücksichtigung ganzheitlicher Gesichtspunkte

  •  Integration der Lernpotentiale beider Gehirnhälften
  •   Berücksichtigung der Mechanismen von Kurzzeit und Langzeitgedächtnis
  • Berücksichtigung der verschiedenen Lerntypen und Präsentation des Lernstoffes unter Berücksichtigung der Lernzugänge aller drei Haupttypen
  • Unbedingte Betonung des Lernfaktors SPASS und strikte Vermeidung des Lernkillers STRESS
  •  Herstellen und Aufrechterhalten von „RAPPORT“ zum Schüler, d.h. Nutzung der nonverbalen Kommunikation, um eine positive emotionale Verbindung zu erreichen.
  •    Vermittlung von Motivationsstrategien – HIN-ZU (Motivation durch positives Bild der erfolgreich bewältigten Aufgabe) statt WEG-VON (Negativmotivation durch Katastrophenbilder bei Nichterledigung der Aufgabe)
  •   Beachtung der physiologischen Grundlagen optimaler Aufnahmefähigkeit des Gehirns

 
Schlußwort 

Die in meinem Beitrag angeschnittene Thematik ist sehr vielschichtig und obwohl in den letzten 10 Jahren riesige Fortschritte im Wissen um die Funktionsweisen des Gehirns gemacht worden sind, steht die Forschung mit Sicherheit erst am Anfang einer ungeheuer interessanten und wichtigen Entwicklung. Das Wissen um diese komplexen Vorgänge ist von seinem Umfang her riesig und schon jetzt nicht leicht überschaubar, trotzdem darf man annehmen, dass bis jetzt erst ein winziger Bruchteil der vorhandenen Nutzungsmöglichkeiten und Potentiale des menschlichen Gehirns entdeckt wurde. Ich möchte dennoch jeden ermutigen, auch auf der Basis von Teilerkenntnissen neue Wege auszuprobieren. Der Beurteilungsmaßstab ist dabei der Entwicklungsfortschritt der Schüler bei positiver Unterstützung des Selbstkonzepts. Wenn ich immer wieder dasselbe tue, ohne den gewünschten Erfolg zu erhalten, muss ich solange etwas anderes tun bis sich der Erfolg einstellt.


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(1) comment

Hans Bechheim Juli 29, 2014

Guter Artikel!

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